Sa… Re… Ga…
Sa, der Grundton im Nada Yoga
Nada Yoga in klassischer, indischer Tradition wird immer gespielt und gesungen zum Grundton Sa. Er wird meist gespielt von der Tampura, die einem Klangteppich mit unendlich vielen Obertönen webt. Allein das bl0ße Lauschen auf diesen Klangteppich wirkt bereits wohltuend und heilsam.
Sa entspricht dem OM, der heiligsten aller Mantras des Ostens. Es ist der Ton, der alle anderen Töne in sich birgt, der immer mitschwingt und auf dessen Hintergrund die anderen Töne, wie auf der weißen Leinwand des Malers, erst ihre Wesen, ihre Farben entwickeln. Das Sa wird beim Singen selbst zum immerwährenden Klangstrom, der das Gefühl von Erde, auch von Ewigkeit vermittelt, der tief berührt und es erlaubt, ganz und gar in sich „zuhause ankommen“ …
Obertöne und die natürliche Tonskala
Die indische Musik basiert wie übrigens fast alle außer-europäische Musik (zB aus Afrika, China, Japan, von den Indianischen Völkern Amerikas und den Aborigenies Australiens…) auf der natürlichen Tonleiter (im Gegensatz zur westlichen „harmonischen“ Tonleiter). Ihre Töne setzen sich aus Tonverhältnissen der Obertonreihe zusammen – ganz so, wie sie als „harmonisierendes“ Ordnungsprinzip in der ganzen Natur, im Kosmos und natürlich auch im Körper jedes Menschen vorhanden sind. Die Griechen der Antiken sprachen den reinen Intervallen darum bereits heilende Kräfte zu. (Die europäische Musik seit Bach ist dagegen über den Quintenzirkel künstlich „bereinigt“: die Intervalle der “temperierten Stimmung” weichen von den naturgegebenen Intervallen ab, viele Ober- und Untertöne schwingen nicht mehr mit und ihr geht somit die Tiefenwirkung auf der Zellebene des Körpers verloren).
Sa Re Ga und die sieben “Töne des Lichts”
Sa, Re, Ga sind die ersten drei der sieben swaras – der Töne der indischen Tonskala, es sind sa, re, ga , ma, pa, dha und ni. Swara heißt „Ton, Strömung“, und der berühmte süd-indischer Komponist Tyagaraja nennt sie „shubillo sapta swara“, die 7 „von sich aus scheinenden Töne“ – frei übersetzt: die „sieben Töne des Lichts“. Sie werden im indischen Gesang beim Namen genannt und immer in Bezug zum Grundton gesungen.
Raga – das was den Geist färbt…
Ragas sind traditionelle melodische Muster , die auf Intervallen der natürlichen Tonleiter beruhen (modale Musik). Sie werden als lebendige musikalische Wesen angesehen, die sich beim und durch das Singen entfalten und zum Leben gebracht werden.
Raga-Meditationen
Das lauschende Hören und mehr noch das aktive Singen der Ragas verbindet das „Verstehen“ und die Intuition, Emotionen und Ratio, Oben und Untern, Außen und Innen und damit die beiden Gehirnhälften. Es entwickelt sich rasa, eine körperliche Empfindung für den Klang, für unsere inneren und äußeren „Stimmungen“ und wir verfeinern unsere Wahrnehmung und stärken unsere Kreativität.
Tala – Zeit – Zyklen und Rhythmus
representiert die Zeit, die im Indischen immer als Kreislauf gesehen wird und auf die Zyklen in der Natur verweisen: Jahreszeiten, Tagesablauf, Zyklen der Gestirne aber auch die Zyklen im menschlichen Körper: den Atem, das Herz-Kreislauf-System, die zyklischen Bewegungen der Organe, Drüsen und vieles mehr. Mit den Talas bringen wir uns in Einklang mit unseren grundlegenden Lebensrhythmen.
Sein, Ausdruck und Kommunikation
… der Sänger wird zum Sprach-Rohr des in Versenkung erfahrenen Bewußtseins. Je „leerer“ er ist, desto unmittelbarer kann er das Empfangene zum Ausdruck bringen und die Umgebung einladen, daran teilzuhaben. Im Indischen heißt es, der Raga entfaltet sich gleichermaßen im Sänger und im Publikum, der Sänger hat nur das Privileg, ihn anstimme zu dürfen…
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