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“Schöpfung ist die
Musik Gottes.”
(Hazrat Inayat Khan)



Patanjali – Statue

 

 

 

Das Herz
ist ein Saiteninstrument
und kann nur gestimmt werden
durch Liebe.”
Hafiz (1326-1389/90 n.Chr)

 

 

Nada Yoga
ist der direkteste Weg
hin zur
Erfahrung von
Sad Chid Ananda
der höchsten Glückseligkeit.

 

 

Inhalt der Seite

Nada Yoga – Praxis & PhilosophieFlügel klein

NADA BRAHMA – die Welt ist KLANG

Naad oder Nada in Sanskrit-Wort heißt: Strömung, Fluss, Schwingung, es ist dieses innere Pulsieren in allem Lebendigen. In den Veden wird Naad als die ursprüngliche Energiequelle  alles Seienden aufgefasst.

Naad ist physikalisch gesehen vielleicht am besten als “Schwingung” zu verstehen, die ja immer schon eine eigene Energie und Form hat, auch in feinsten Schwingungsbereichen, die zwar sehr wohl auf uns wirken, aber noch lange nicht akustisch hörbar werden – eine Aussage, die der der Quantenphysik beträchtlich nahe kommt, Schwingungen seien die Ursubstanz aller Materie.

Nada, der Klang, trägt den Samen alles Seins in sich – oder:

„… bevor wir die Musik machen,
macht die Musik uns.“
(Ernst Joachim Behrendt)

 

DIE FORMBILDENDEN KRÄFTE VON KLÄNGEN UND MUSIK

Und so haben seit Urzeiten haben Kundige und Weise aller Kulturen die Natur des Klanges untersucht und haben herausgefunden, dass  Tonintervalle und Musik ordnende Strukturen abbilden, die im gesamten Kosmos vorhanden sind – überall in der Natur, in jedem Stein, jedem Baum, jeden Grashalm und natürlich in jeder Zelle des menschlichen Organismus. Heute wissen wir aus der Forschung (> Kymatik), dass und wie Klänge in der Lage sind, Materie zu formen und umzuformen.

“Alle sieben Himmel hallen wider im Klang.”
Hafiz, persischer Mystiker des Mittelalters.


KLANG & HEILUNG

Naad ruht in jedem von uns. Es ist dieses unhörbare, sehr wohl aber wahrnehmbare lebendige Pulsieren in unserem Inneren, dieser innere Strom von Schwingungen oder Klängen, pulsiert in allem Lebendigen. Und durch diese Schwingungen sind wir alle zu jeder Zeit mit „ALL-em“ verbunden.

Alle alten Kulturen schrieben daher Klängen und Musik eine große Macht zu – eine Macht, die genutzt wurde, um Harmonien im Körper, in der Natur und im Kosmos erhalten oder wiederherstellen können, und also bei der Verehrung und Herbeirufung der Götter eine große Rolle spielten sowie in Heilungsprozessen. Nada, diesem inneren Strom zu lauschen heißt, unserer “inneren Stimme” zuzuhören, lässt uns eintauchen in einen Prozess des inneren Wachstums.

“Suche den immer währenden Klang in deinem Körper,
und du wirst erlöst werden.”
Guru Nanak, Begründer der Sikh Religion.

 

NADA YOGA

In keiner Kultur wurde die Kraft und Wirkung des Klanges auf Mensch und Natur so systematisch erforscht, wie im alten Indien. Und dieses Wissen ist bis heute erhalten in der Praxis und in der Philosophie des Nada Yoga, das der Kern der  klassischen Musik Indiens ist, insbesondere vom Dhrupad im Norden und der carnatischen Musik im Süden Indiens.

Die indische Musik war nicht nur mit allen anderen Künsten eng verbunden (dem Tanz, dem Theater…), sondern auch mit dem alten Gesundheitswesen Indiens (der Siddha Medizin, dem Ayurveda und dem Yoga). Alle diese “Wege” dienen immer dem größten Ziel: der Entfaltung des ganzen menschlichen Potentials, damit seiner Gesundung und spirituellen Entwicklung bis hin zu dem, was die Inder SadChidAnanda nennen – der größten Glückseligkeit und Allwissenheit. Alle diese Wege wirken immer über ihre jeweiligen Praktiken auf den menschlichen Geist.

 

NADA – NADIS – CHAKRAS

Das hier sehr bekannte Hatha Yoga hat spezielle Körperübungen entwickelt, die über die Muskeln, Gliedmassen … auf feinere Strukturen wirken: die Blut- und Nervenbahnen, die Atmung … und schließlich auf die noch feineren Strukturen: das “Energiesystem” oder System von Nadis und Chakras (vergleichbar mit den Akupunkturbahnen der chinesischen Medizin).

In den Nadis fließt Naad – und Nada Yoga erforscht eben das Fliessen von Naad im Energiesystem direkt, das heißt über Schwingungen oder eben Klänge (daher der Name). Die Nada Yogis nutzten also Klänge und Musik, insbesondere die eigene Stimme als Brücke zwischen Körper, Geist und Seele.

Patanjali, er große Weise und Denker Indiens erklärt in den Yogasutra, wie wir dafür zum Bilder, Worte und Klänge nutzen können. Vom Nada Yoga heißt es, es sei der direkteste Weg zur Erfahrung von höchstem Glück, Wahrheit und Liebe – “Sad Chid Ananda” (sanskrit). Es heißt, das dieser Pfad des Yoga derjenige sei, in den schließlich alle anderen Pfade einmünden: Auch die Grundlagenschrift des Yoga Pradipika widmet im 4. und letzten Kapitel, nachdem andere Meditationstechniken besprochen wurden, dem Horchen auf Nada als Laya Yoga.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die 7  Töne der Tonleiter, feie ich (sehr frei) wegen ihrer besonderen Eigenschaft mit: die “sieben Tönen des Lichts” übersetzt habe. Sie werden stets zum Grundton hin gesungen (modale Musik) und also als Intervall empfunden. Aus ihnen entspringen die vielen Ragas, Melodieformen, von denen es heißt, dass sie “den Geist färben”.  Auch ein besonderer Stimmansatz ist in der Praxis sehr wichtig, um die gewollten Wirkungen zu erzielen. Im Dhrupad Gesang, dessen Herz das Nada Yoga ist, ist diese Stimmtechnik bis heute überliefert. Sie führt zur so genannten “natürliche Stimme, die in der Lage ist, den Fluss des Prana aus allen Nadis und Chakras zu aktivieren, zu regulieren und in Einklang (align) zu bringen (harmonisieren).